Auf einen Blick

  • Die Hand besitzt acht Handwurzel-, fünf Mittelhand- und vierzehn Fingerknochen. [1]
  • Im proximalen Handgelenk stehen Radius und Gelenkscheibe der ersten Handwurzelreihe gegenüber. [1][21]
  • Das Daumensattelgelenk liegt zwischen großem Vieleckbein und erster Mittelhandbasis. [1][23]
  • Im Karpaltunnel verlaufen der Medianusnerv und neun lange Fingerbeugesehnen. [25]
  • Der Guyonkanal führt Ulnarisnerv und Ulnararterie palmar-ulnar des eigentlichen Karpaltunnels. [26]
  • FDS-Sehnen erreichen die Mittelglieder, FDP-Sehnen die Endglieder der Finger zwei bis fünf. [1][22]

Die Hand verbindet Ausrichtung, Kraft und Feinarbeit

Eine Tasse halten, einen Knopf schließen und mit einem Stift schreiben verlangen unterschiedliche Handformen. Das Handgelenk stellt die ganze Hand gegenüber dem Unterarm ein. Die Mittelhand bildet einen veränderlichen Bogen; die Finger umfassen oder berühren einen Gegenstand. Der Daumen erreicht die anderen Finger aus einer seitlich versetzten Ausgangsstellung. [1]

Die langen Sehnen kommen aus Muskelbäuchen im Unterarm. Kürzere Muskeln liegen in der Hand selbst und stimmen die Stellung der Mittelhand und Finger feiner ab. Knochen, Gelenke, Sehnenscheiden und Haltebänder geben den beweglichen Strukturen einen räumlich geordneten Weg. [1][24]

Zwei Handwurzelreihen bilden eine gegliederte Verbindung

In der körpernahen Reihe folgen von radial nach ulnar Kahnbein, Mondbein und Dreiecksbein: Os scaphoideum, Os lunatum und Os triquetrum. Das Erbsenbein, Os pisiforme, liegt handflächenseitig vor dem Dreiecksbein und ist in den Sehnenweg des Flexor carpi ulnaris eingebunden. So liegen die vier Knochen dieser Reihe in unterschiedlichen Tiefen. [1]

Die körperferne Reihe enthält großes Vieleckbein, kleines Vieleckbein, Kopfbein und Hakenbein: Os trapezium, Os trapezoideum, Os capitatum und Os hamatum. Radial schließt sich am Trapezium der Daumen an, ulnar besitzt das Hamatum einen nach palmar ragenden Haken. Diese Vorsprünge bilden wichtige Bezugspunkte für Bandbefestigungen und Sehnenkanäle. [1][25]

Rechte Hand von palmar mit allen acht benannten Carpalia, Mittelhand und Fingergliedern.
Acht Handwurzelknochen verbinden die breite Radiusseite mit Mittelhand und Fingern; das Pisiforme liegt vor dem Triquetrum. KI-generierte Illustration. [1] [25]
Gesundheitskapitel

Der Radius trägt die proximale Gelenkfläche

Die distale Radiusfläche besitzt eine Kahnbein- und eine Mondbeinfläche. Ihnen stehen die entsprechenden Handwurzelknochen gegenüber. Weiter ulnar ergänzt eine Gelenkscheibe den proximalen Gelenkpartner; sie liegt zwischen Ulnakopf und Handwurzel. Bei verschiedenen Stellungen kommt die ulnare Seite der proximalen Reihe mit dieser Scheibenregion in Kontakt. [1][21]

Der triangular fibrocartilage complex, kurz TFCC, umfasst diese Scheibe und angrenzende Faserverbindungen. Er beteiligt sich an der Führung der ulnaren Handgelenksseite und der distalen Beziehung zwischen Radius und Ulna. Die eigentliche Unterarmdrehung findet in den Radioulnargelenken statt; die Hand folgt dabei der Stellung der Speiche. [1]

Zwischen den beiden Reihen liegt das Mediokarpalgelenk

Der Gelenkspalt zwischen proximaler und distaler Handwurzelreihe verläuft geschwungen. An seiner Form sind die unterschiedlichen Konturen von Scaphoid, Lunatum, Triquetrum und den distal anschließenden Knochen beteiligt. Die Bewegung der Hand verteilt sich auf dieses Mediokarpalgelenk und das proximale Handgelenk. [1]

Zwischen benachbarten Handwurzelknochen liegen zusätzliche Gelenkverbindungen mit kräftigen interossären und oberflächlichen Bandzügen. Das skapholunäre und das lunotriquetrale Band koppeln wichtige Partner der proximalen Reihe. Palmar und dorsal ergänzen längere Bandverbindungen die Führung zwischen Unterarm, einzelnen Carpalia und Mittelhand. [1]

Das Handgelenk bewegt sich in zwei Hauptrichtungen

Palmarflexion führt die Hand zur Handfläche, Dorsalextension zum Handrücken. Radialduktion neigt die Hand zur Daumenseite, Ulnarduktion zur Kleinfingerseite. Im Kreisführen werden diese Richtungen miteinander kombiniert. Die einzelnen Handwurzelknochen verändern dabei ihre Stellung zueinander. [1]

Lange Handgelenksbeuger und -strecker greifen an verschiedenen Seiten der Mittelhand beziehungsweise Handwurzel an. Radial gelegene Sehnenzüge können Beugung oder Streckung mit einer Bewegung zur Daumenseite verbinden; ulnare Züge kombinieren ihre Wirkung entsprechend mit einer Bewegung zur Kleinfingerseite. Für eine reine Beugung oder Streckung stimmen mehrere Muskeln ihre seitlichen Zuganteile aufeinander ab. [1]

Die Mittelhand bildet eine anpassbare Wölbung

Die fünf Ossa metacarpalia besitzen Basis, Schaft und Kopf. Ihre Basen schließen an die distale Handwurzelreihe an, ihre Köpfe bilden mit den Grundgliedern die Fingergrundgelenke. Die zweite und dritte Mittelhand bilden einen relativ fest geführten zentralen Bereich. Die vierte und fünfte Mittelhand können sich stärker an die Hohlhandform anpassen. [1]

Beim Umfassen eines runden Gegenstands verändert sich der Querbogen der Hand: Die ulnare Mittelhandseite bewegt sich zur Daumenseite und die Handfläche wölbt sich stärker. Gleichzeitig stellt sich der Daumen im eigenen Sattelgelenk ein. Diese beweglichen Randbereiche ergänzen den festeren zentralen Mittelhandabschnitt. [1]

Die Finger besitzen Grund-, Mittel- und Endgelenke

Die Finger zwei bis fünf haben je ein Grund-, Mittel- und Endglied. Zwischen Mittelhandkopf und Grundglied liegt das Metakarpophalangealgelenk, MCP. Es ermöglicht Beugung und Streckung sowie, besonders in gestreckter Stellung, seitliche Bewegungen. Kollateralbänder und eine palmare Verstärkungsplatte führen die Verbindung. [1]

Zwischen Grund- und Mittelglied liegt das proximale Interphalangealgelenk, PIP; zwischen Mittel- und Endglied das distale, DIP. Beide sind scharnierartig geführt. Der Daumen besitzt zwei Fingerglieder und entsprechend ein Interphalangealgelenk neben seinem Grundgelenk. Die klare Benennung der Gelenke hilft, Sehnenansatz und sichtbare Fingerbewegung miteinander zu verbinden. [1]

Das Daumensattelgelenk orientiert den ersten Strahl

Die Basis des ersten Mittelhandknochens steht mit dem Os trapezium in Kontakt. Die Gelenkflächen sind in zueinander quer stehenden Richtungen konkav und konvex gekrümmt. Daraus entsteht die Sattelform. Kapsel und palmare sowie dorsale Bandzüge führen die bewegliche Basis des Daumens. [1][23]

Bei der Opposition bewegt sich der Daumen vor die Handfläche und dreht seine Fingerbeere zu den anderen Fingerbeeren. Dazu kommen Abspreizen, Beugen und eine gekoppelte Rotation der ersten Mittelhand zusammen. Die schräg versetzte Lage des ersten Strahls erklärt, weshalb diese Bewegungen gegenüber den übrigen Fingern anders ausgerichtet sind. [1][23]

Beugesehnen laufen vom Unterarm bis zu den Fingergliedern

Der Flexor digitorum superficialis bildet vier Sehnen für die Finger zwei bis fünf. Weiter tief liegt der Flexor digitorum profundus mit ebenfalls vier Sehnen. Beide Gruppen ziehen durch den Karpaltunnel und anschließend entlang der Hohlhand zu ihren Fingern. Die FDS-Sehne spaltet sich am Finger in zwei Zügel, zwischen denen die tiefere FDP-Sehne nach distal hindurchzieht. [1][22]

Die FDS-Zügel erreichen die Seiten der Mittelphalanx. Die FDP-Sehne setzt an der Endphalanx an und kann deshalb auch das DIP beugen. Der lange Daumenbeuger, Flexor pollicis longus, besitzt eine eigene Sehne bis zur Endphalanx des Daumens. Die eigene Fingeransicht verfolgt die beiden langen Fingerbeuger bis zu ihren getrennten Knochenzielen; im Kanalquerschnitt ist zusätzlich die FPL-Sehne erkennbar. [1][22]

Palmarer Finger mit gespaltenem FDS-Weg zur Mittelphalanx, FDP zur Endphalanx und Daumensattel.
FDS spaltet sich vor dem Mittelglied, FDP zieht zum Endglied weiter. Die Daumenbasis ergänzt eine quer gekrümmte Sattelverbindung. [1] [22] [23] [24]
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Ringbänder halten die Sehnen nahe am Finger

Die langen Beugesehnen liegen in einer fibrösen Führungsröhre an der palmaren Fingerseite. Ringförmige und kreuzende Bandzüge halten den Verlauf nahe an den Knochen und Gelenken. Innen erleichtern synoviale Sehnenscheiden das Gleiten. Wenn sich der Finger beugt, verändert sich der Sehnenweg entlang mehrerer nacheinander bewegter Gelenke. [1][24]

Die Sehnenzüge übertragen ihre Kräfte über diese geführte Bahn auf Mittel- beziehungsweise Endglieder. Kleine Gefäßbrücken, die Vincula, verbinden die Sehnen mit ihrer Umgebung. Am Handgelenk haben die FDS- und FDP-Sehnen einen gemeinsamen synovialen Hüllbereich, während der lange Daumenbeuger einen eigenen Sehnenweg mit Hülle besitzt. [1][24]

Auf dem Handrücken verteilt sich der Streckzug

Die langen Strecksehnen erreichen die Finger von dorsal. Über den Grundgelenken verbreitert sich ihr Verlauf zur Streckhaube. Bindegewebige Züge halten die Sehne über dem Mittelhandkopf zentriert. Am Finger setzt der mittlere Sehnenanteil an der Mittelphalanx an; seitliche Zügel vereinigen sich weiter distal zum Endgliedansatz. [1]

Die kurzen Handmuskeln greifen in diese Streckaponeurose ein. Dadurch können sie Beugung im Grundgelenk mit Streckung in den Interphalangealgelenken verbinden. Die Hand stellt den Finger so auch für fein abgestimmte Kontaktaufgaben ein. Am dorsalen Handgelenk führen Retinaculum und einzelne Sehnenfächer die langen Strecksehnen auf ihren verschiedenen Wegen. [1]

Dorsaler Streckapparat mit Mittel- und Seitenzügeln sowie EPL-Umlenkung am Lister-Höcker.
Mittlerer Streckzug und vereinigte Seitenzügel erreichen verschiedene Phalangen. Der lange Daumenstrecker wechselt am Lister-Höcker seine Richtung. [1]
Gesundheitskapitel

Kurze Handmuskeln formen den Griff von innen

Die Thenarmuskulatur liegt am Daumenballen. Zu ihr gehören unter anderem Abductor pollicis brevis, Flexor pollicis brevis und Opponens pollicis; tiefer liegt der Adductor pollicis mit seinen Anteilen. Der Hypothenar auf der Kleinfingerseite besitzt entsprechende Muskeln für Abspreizen, Beugen und Einstellen des fünften Strahls. [1]

Zwischen den Mittelhandknochen liegen palmare und dorsale Interossei. Sie führen die Finger zur Achse des dritten Fingers hin beziehungsweise von ihr weg und wirken an der Grundgelenkbeugung mit. Die Lumbricales entspringen an den FDP-Sehnen und ziehen zur Streckaponeurose. Ihre besondere Verbindung koppelt die langen Beugesehnen mit der dorsalen Fingerführung. [1]

Der Karpaltunnel enthält einen Nerv und neun Beugesehnen

Die Handwurzel bildet palmar eine Rinne. Das Retinaculum flexorum überspannt sie als kräftiges Dach und befestigt sich radial an Scaphoid- und Trapeziumregion sowie ulnar an Pisiforme und Haken des Hamatum. Unter diesem Dach ziehen Medianusnerv und Fingerbeugesehnen in die Hand. [1][25]

Die neun Sehnen setzen sich aus vier FDS-, vier FDP- und einer FPL-Sehne zusammen. Die Sehne des Flexor carpi radialis läuft radial in einem eigenen Faserfach. Diese Trennung wurde in einer Untersuchung von 118 MRT-Aufnahmen und ergänzenden Präparationsbefunden räumlich nachvollzogen. Der Palmaris-longus-Sehnenweg liegt oberflächlicher zur Palmaraponeurose. [1][20][25]

Querschnitt mit neun Beugesehnen und Medianus unter dem Retinaculum, separatem FCR-Fach und Guyonregion.
Im Karpaltunnel liegen vier FDS-, vier FDP- und eine FPL-Sehne mit dem Medianus. FCR und Guyonregion besitzen benachbarte eigene Wege. [1] [20] [25] [26]
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Der Guyonkanal liegt palmar und ulnar daneben

Zwischen Pisiforme und Hamatumhaken verläuft ein eigener örtlicher Durchgang für den Nervus ulnaris und die Arteria ulnaris. Der Kanal liegt palmar-ulnar des eigentlichen Karpaltunnels. Sein Dach besteht aus oberflächlichen Band- und Muskelanteilen; in den Boden gehen unter anderem tiefere Retinaculum- und pisohamate Verbindungen ein. [26]

Die Ulnararterie liegt am Eintritt gewöhnlich radial des Ulnarisnervs. Der Nerv teilt sich im Kanalbereich in oberflächliche und tiefe Äste. In einem Handgelenksquerschnitt erkennt man so mehrere benachbarte Wege: die neun Fingerbeugesehnen mit Medianus im Karpaltunnel, das getrennte FCR-Fach radial und Ulnarisgefäß und -nerv palmar-ulnar. [20][25][26]

An der Daumenseite liegen weitere gut erkennbare Sehnenwege

Die Sehnen von Abductor pollicis longus und Extensor pollicis brevis ziehen radial am Handgelenk zum Daumen. Die Sehne des Extensor pollicis longus wird am dorsalen Radius um das Tuberculum dorsale, den Lister-Höcker, umgelenkt und zieht dann schräg zur Daumenendphalanx. Zwischen diesen Wegen entsteht bei entsprechender Stellung die Kontur der anatomischen Tabatière. [1]

In der Tiefe dieser Region verläuft die Arteria radialis in Beziehung zu Scaphoid und Trapezium weiter in Richtung tiefer Hohlhand. Nervenäste versorgen Haut und Muskeln aus verschiedenen Richtungen. Die anatomischen Knochenmarken ordnen hier den Gefäßverlauf dem schrägen Sehnenweg des Daumens zu. [1]

Die Handform verändert die Aufgabe der langen Sehnen

Handgelenk und Finger sind über die langen Sehnen verbunden. Wird das Handgelenk bewegt, verändert sich die Länge ihres Wegs über mehrere Gelenke. Beim kräftigen Umfassen stimmen die Handgelenksmuskeln die Basis ab, während Fingerbeuger den Gegenstand erreichen und kurze Handmuskeln die Kontaktstellung verfeinern. [1]

Beim Präzisionsgriff zwischen Daumen und Zeigefinger kommen Daumenopposition, eingestellte Fingergelenke und eine passend ausgerichtete Handwurzel zusammen. Beim Hohlhandgriff tragen zusätzlich die beweglicheren ulnaren Mittelhandverbindungen zur Form bei. Diese Beispiele verbinden den Aufbau der Region mit unterschiedlichen beobachtbaren Handformen. [1]

Die eigenen Ansichten geben vier Orientierungsebenen

Die Knochenansicht zeigt die rechte Hand von palmar mit Daumen auf der linken Bildseite. Man liest zunächst Radius und Ulna, dann die beiden Handwurzelreihen und schließlich Mittelhand und Finger. Das Pisiforme liegt vor dem Triquetrum; die zugehörige Tiefenbeziehung bleibt in der Darstellung erkennbar. [1]

Die dorsale Ansicht folgt dem Streckapparat und dem schrägen Daumensehnenweg. Im Querschnitt werden Karpaltunnel, separates FCR-Fach und Guyonregion getrennt. Die Fingeransicht verfolgt zuletzt die Aufspaltung der FDS-Sehne, den tiefen FDP-Weg und die Sattelverbindung des Daumens. So lassen sich Knochenkarte, Kanal und tatsächliches Sehnenziel aufeinander beziehen. [1][20][22][25][26]

Die acht Handwurzelknochen

Rechte Hand von palmar; radial liegt an der Daumenseite. [1]
ReiheAufbau und Funktion
ProximalRadial → ulnar: Scaphoideum · Lunatum · Triquetrum
Besondere Orientierung: Pisiforme liegt palmar vor dem Triquetrum
DistalRadial → ulnar: Trapezium · Trapezoideum · Capitatum · Hamatum
Besondere Orientierung: Trapezium am Daumen; Hamatum mit palmarem Haken

Sehnen, Zielglieder und geführter Verlauf

Die langen Fingerbeuger haben ihre Muskelbäuche im Unterarm. [1][22][24]
SehneAufbau und Funktion
FDS, Finger 2–5Distales Ziel: Mittelphalanx
Örtlicher Verlauf: Spaltet sich am Finger in zwei seitliche Zügel
FDP, Finger 2–5Distales Ziel: Endphalanx
Örtlicher Verlauf: Zieht tief und durch die FDS-Aufspaltung hindurch
FPL, DaumenDistales Ziel: Daumenendphalanx
Örtlicher Verlauf: Eigener langer Beugesehnenweg
FingerstreckungLanger Fingerstreckapparat
Distales Ziel: Mittel- und Endphalanx über zentrale und seitliche Zügel
Örtlicher Verlauf: Dorsale Streckhaube mit Beiträgen kurzer Handmuskeln

Drei benachbarte Wege am palmaren Handgelenk

Kanalinhalt räumlich getrennt lesen. [20][25][26]
WegAufbau und Funktion
KarpaltunnelInhalt: Medianusnerv + 4 FDS + 4 FDP + 1 FPL
Lage: Tief zum Retinaculum flexorum
FCR-FachInhalt: Sehne des Flexor carpi radialis
Lage: Eigenes Faserfach auf der radialen Seite
GuyonkanalInhalt: Ulnarisnerv und Ulnararterie mit Begleitvenen
Lage: Palmar-ulnar neben dem eigentlichen Karpaltunnel

Wichtige Begriffe

Palmar / dorsal
Zur Handfläche / zum Handrücken gelegen. [1]
Radial / ulnar
Zur Speichen- beziehungsweise Daumenseite / zur Ellen- beziehungsweise Kleinfingerseite gelegen. [1]
TFCC
Faserknorpel- und Bandkomplex der ulnaren Handgelenksseite mit Gelenkscheibe. [1]
MCP, PIP, DIP
Fingergrundgelenk, proximales und distales Interphalangealgelenk. [1]
Opposition
Zusammengesetzte Einstellung des Daumens mit Drehung seiner Fingerbeere zu den anderen Fingerbeeren. [1][23]
Streckaponeurose
Dorsales Sehnengefüge, das langen Streckzug und Beiträge kurzer Handmuskeln am Finger verbindet. [1]
Retinaculum
Halteband, das Sehnenwege am Handgelenk räumlich führt. [1]

Häufige Fragen

Wie viele Knochen hat die Hand?

Acht Handwurzelknochen, fünf Mittelhandknochen und vierzehn Fingerknochen ergeben insgesamt 27. Der Daumen hat zwei Fingerglieder, die anderen Finger jeweils drei. [1]

Welche neun Sehnen liegen im Karpaltunnel?

Vier Sehnen des oberflächlichen Fingerbeugers FDS, vier des tiefen Fingerbeugers FDP und die Sehne des langen Daumenbeugers FPL. Daneben verläuft der Medianusnerv. [25]

Wodurch beugt sich das Endglied eines Fingers?

Die FDP-Sehne erreicht die Endphalanx und kann das DIP beugen. Die FDS-Sehne teilt sich vorher und erreicht mit ihren beiden Zügeln die Mittelphalanx. [1][22]

Wo liegt das Daumensattelgelenk?

Zwischen Os trapezium und Basis des ersten Mittelhandknochens. Die Form seiner Flächen und die umgebende Führung ermöglichen die zusammengesetzte Oppositionsbewegung. [1][23]

Wo läuft der Ulnarisnerv am Handgelenk?

Er erreicht die Hand im Guyonkanal an der palmaren Kleinfingerseite, gemeinsam mit der Ulnararterie. Dieser Weg liegt neben dem eigentlichen Karpaltunnel. [26]

Weiter im Zusammenhang

Quellen und Weiterlesen

  1. Bierbach E (Hrsg.): Naturheilpraxis Heute. Lehrbuch und Atlas 7. Auflage. Elsevier/Urban & Fischer, 2024. ISBN 9783437550294. Kapitel 9.2.6 Unterarm, 9.2.7 Hand einschließlich Abbildungen 9.27–9.32 und zugehöriger Muskelübersichten; 9.2.14 Wichtige Muskeln und Nerven; 9.2.15 Gelenke. Abgerufen am 07.11.2026.
  2. Erçakmak Güneş B, Vatansever A, Demiryürek D, Ergun M, Özsoy H: Tendon of Flexor Carpi Radialis in carpal tunnel: a radiologic and cadaveric study Turkish Journal of Medical Sciences. 2021;51(4):1912–1916. DOI 10.3906/sag-2012-31. Abgerufen am 07.11.2026.
  3. Helms JT, Maldonado KA, Burns B: Anatomy, Shoulder and Upper Limb, Hand Radiocarpal Joint In: StatPearls. Aktualisiert am 8. August 2023. Abgerufen am 07.11.2026.
  4. Raszewski JA, Black AC, Launico MV, Varacallo MA: Anatomy, Shoulder and Upper Limb, Hand Compartments In: StatPearls. Aktualisiert am 24. Oktober 2023. Abgerufen am 07.11.2026.
  5. Zancolli EA, Ziadenberg C, Zancolli E Jr: Biomechanics of the trapeziometacarpal joint Clinical Orthopaedics and Related Research. 1987;(220):14–26. Abgerufen am 07.11.2026.
  6. Nguyen JD, Duong H: Anatomy, Shoulder and Upper Limb, Hand Long Flexor Tendons and Sheaths In: StatPearls. Aktualisiert am 14. August 2023. Abgerufen am 07.11.2026.
  7. Presazzi A, Bortolotto C, Zacchino M, Madonia L, Draghi F: Carpal tunnel: Normal anatomy, anatomical variants and ultrasound technique Journal of Ultrasound. 2011;14(1):40–46. DOI 10.1016/j.jus.2011.01.006. Abgerufen am 07.11.2026.
  8. Garg R, La Rose J: Anatomy, Shoulder and Upper Limb, Hand Guyon Canal In: StatPearls. Aktualisiert am 14. September 2026. Abgerufen am 07.11.2026.